Felderrundfahrt „Grundwasserschutz – Mechanische Unkrautregulierung mindert Herbizideinsatz“ am 04. Juli 2019

Die Akzeptanz steigt weiter


Felderrundfahrt der Arbeitsgemeinschaft Trinkwasserschutz – 350 Hektar gestriegelt


Die Arbeitsgemeinschaft Trinkwasserschutz hat zum sechsten Mal eine Felderrundfahrt durchgeführt. Mit einem Bus fuhren Bürgermeister Alfred Holzner, Vorsitzender Hans Weinzierl und Projektkoordinatorin für Landwirtschaft und Grundwasserschutz
Marlene Gruber vom Zweckverband zur Wasserversorgung der Rottenburger Gruppe und Landwirte zu den Feldern, auf denen der Hackstriegel eingesetzt wurde.


Landwirt Volker Kahlert war der erste, der die mechanische Unkrautregulierung mit dem Hackstriegel ausprobierte. Dabei wird
der Boden gelockert und belüftet und das Unkraut ausgerissen. Damit kann der Herbizideinsatz verringert werden, was dazu führt, dass die Belastung des Grundwassers nicht noch weiter steigt.
Das Motto ist simpel, aber eingängig: Was oben (auf dem Feld) nicht reinkommt, kommt auch unten (im Grundwasser) nicht raus.
Genau deshalb sind seinerzeit die Stadt und der Wasserzweckverband auf die Bemühungen Kahlerts aufmerksam geworden, haben einen Hackstriegel gekauft und die Arbeitsgemeinschaft hat sich zu dem entwickelt, was sie heute ist.

 

Maschinenring verleiht den Hackstriegel


Inzwischen koordiniert der Maschinenring Landshut-Rottenburg den Verleih des Hackstriegels. Geschäftsführer Robert Huf erklärte, dass das von den Landwirten sehr gut angenommen werde. Die Geschäftsstelle sei gut erreichbar und die Hemmschwelle dort anzurufen sei gering, weil viele Landworte regelmäßig Kontakt zum Maschinenring haben. Reservierungen sollten etwa drei Tage im Voraus erfolgen, erklärte Huf. Da die Witterung lange gut für die Nutzung des Hackstriegels war, hätten sich die Reservierungsanfragen, die zuvor privat angenommen und bearbeitet werden mussten, gut verteilt.
„Ich bin dankbar, dass der Maschinenring sich um den Hackstriegel kümmert“, erklärte Weinzierl während der Felderrundfahrt. Er sei froh, dass Stadt und Wasserzweckverband das damals begonnen hätten und wie gut es sich entwickle.
Auch Holzner freute sich, dass immer mehr Landwirte den Hackstriegel ausprobieren. In der Tat sind im zurückliegenden Jahr wieder etliche Landwirte auf den Hackstriegel aufmerksam geworden. So konnte die gestriegelte Fläche von rund 230 Hektar auf knapp über 350 Hektar gesteigert werden. Die Zahl der Landwirte stieg von 16 auf 20 an.


Maisbestand vom Feldtag besichtigt


Besichtigt wurden unter anderem der Maisbestand, der beim Feldtag „Mechanische Unkrautregulierung im Mais“ (wir berichteten) mit Hacke und Striegel bearbeitet wurde. Außerdem wurde ein Silphiebestand begutachtet und eine Weizenfläche.
Georg Siegl nutzte die Gelegenheit auf sein Sojafeld hinzuweisen. Diese Pflanzen müssen nicht gedüngt werden und binden
Stickstoff aus der Luft. Sie seien sehr gleichmäßig gewachsen und nur vereinzelt sei Unkraut zu finden, das aber überdeckt werde und somit unproblematisch sei. Auf der zuvor besichtigten Weizenfläche war zuvor Soja angebaut, berichtete Siegl. Für Gruber war es die zweite Felderrundfahrt, seit sie beim Wasserzweckverband beschäftigt ist. Sie freute sich, dass das Interesse so groß ist und sich immer mehr Landwirte für die mechanische Unkrautregulierung interessieren, wie auch der Feldtag in Hohenthann gezeigt habe. Dort sei auch eine Hacke vorgestellt worden, die im Mais und den Rüben eingesetzt werden könne.
Schade sei es gewesen, dass einige Landwirte an dem Abend mit dem Dreschen der Wintergerste begannen und deshalb keine Zeit hatten. Gruber freute sich, dass sie sogar einige Abmeldungen erhalten habe, obwohl das eigentlich gar nicht nötig sei, weil es sich ja um eine freiwillige Veranstaltung handelt. Das zeigt ihr aber, dass ihre Arbeit Früchte trägt.


Trinkwasserschutz als „gesellschaftlicher Prozess“


Nicht nur die Landwirte, sondern auch die Bürger müssten mitgenommen werden, denn der Trinkwasserschutz sein ein „gesellschaftlicher Prozess“. Es sei eine „Freiheit für uns Menschen, Leitungswasser zu nutzen“, die sich viele bewusstmachen
müssten. Felderrundfahrten mit Landwirten, die zum „probieren, herzeigen und darüber diskutieren“ auffordern, seien deshalb
nur der Anfang. Der Wasserzweckverband versuche aber auf vielfältige Weise, den Informationsaustausch anzuregen, zum Beispiel durch das Projekt „Wasserwende“ (wir berichteten). Es geht darum Leitungswasser zu trinken, statt Wasser aus Flaschen.

 

 

Quelle Text: Landshuter Zeitung vom 13.07.2019

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