Wasserversorger und Landwirte kooperieren

Unterzeichnung Kooperationsvereinbarung

v.l.: Lorenzer Anton jun., Marlene Gruber

Der Wasserzweckverband will in Sachen Grundwasserschutz mit Landwirten Hand in Hand arbeiten.

 

Sehr gut angenommen wird das Kooperationsmodell, das seit etwa einem Monat läuft. Dabei verpflichten sich Landwirte dazu, ihre Flächen grundwasserschonend zu bewirtschaften. Im Gegenzug dafür erhalten sie einen finanziellen Ausgleich vom  Wasserversorger.
Diese Zusammenarbeit soll weiterhin gestärkt werden, daher findet in zwei Wochen ein zweiter Feldtag zur mechanischen Unkrautregulierung beim Mais statt. Bereits für 116 Hektar hat der Zweckverband zur Wasserversorgung der Rottenburger Gruppe Kooperationsverträge mit Landwirten abgeschlossen. Für weitere 90 Hektar stehen die Verträge kurz vor dem Abschluss.

 

Projektkoordinatorin für Landwirtschaft und Grundwasserschutz Marlene Gruber, die das Modell entwickelt hat, ist sehr zufrieden. Damit hat sie einen Monat nach Projektbeginn bereits das Minimalziel, das sie sich für das erste Jahr gesetzt hat, erreicht. Auf diesem Erfolg ausruhen möchte sie sich aber nicht: Bisher sind die rund zehn Betriebe, mit denen Verträge abgeschlossen sind oder werden, auf den Wasserversorger zugekommen.

 

Gruber will aber auch aktiv auf die Landwirte zugehen und für die Kooperation werben. Anreiz, um auf Ökolandbau umzustellen
Marlene Gruber erhält viele positive Rückmeldungen vonseiten der Landwirte. „Viele freuen sich, dass nun etwas honoriert wird, das sie sowieso schon machen.“ Etwa die Hälfte der Vertragspartner seien Biobetriebe und einige stellen gerade auf Bio um.

„Gerade für Landwirte die überlegen, auf Ökolandbau umzustellen, ist die Kooperation ein zusätzlicher Anreiz“, erklärt Gruber.


Das Modell gliedert sich in ein Grundpakt und bisher drei Zusatzpakete. Im Grundpaket, das für drei Jahre abgeschlossen wird, ist geregelt, dass die Landwirte die Zusatzauflagen zur Düngeverordnung einhalten müssen. Darunter fallen erweiterte Abstandsflächen zu Gewässern beim Düngen und Spritzen, Gülle und Gärrest aus der Biogasanlage müssen auf ihren Nährstoffgehalt untersucht werden und die Landwirte müssen im Frühjahr den Nährstoffgehalt des Bodens ermitteln. Im Herbst nimmt der Wasserzweckverband Bodenproben. Außerdem verpflichten sich die Landwirte dazu, dem Wasserversorger ihre Untersuchungsergebnisse zur Verfügung zu stellen und auf Abreifespritzung zu verzichten.

Das Grundpaket ist Voraussetzung dafür, Zusatzpakete abschließen zu können. Im ersten Paket wird der Ökolandbau gefördert, im zweiten erhalten die Landwirte Prämien dafür, wenn sie statt Mais andere Energiepflanzen wie die Silphie anbauen.
Ein niedriger Reststickstoffgehalt im Boden wird im dritten Zusatzpaket über eine Ergebnisprämie belohnt. Ein Jahr wird der Wasserzweckverband diese Pakete für Flächen im Wasserschutzgebiet und im Brunneneinzugsgebiet anbieten.

 

Bis dahin möchte Gruber weitere Pakete entwickeln, die sie ab dem Frühjahr 2020 anbieten will. Ideen dafür bekomme sie auch von Landwirten, die bereits mit dem Wasserversorger kooperieren. Hackgeräte werden in Maisfeldern vorgeführt Um die Zusammenarbeit weiter auszubauen und die grundwasserfreundliche Bewirtschaftung voranzutreiben, veranstaltet der Wasserzweckverband gemeinsam mit dem Maschinenring Landshut-Rottenburg und dem Landwirtschaftsamt wieder einen Feldtag für Landwirte aber auch interessierte Bürger. Dabei werden Hackgeräte in Maisfeldern vorgeführt.


Bereits Anfang April fand ein Feldtag zur mechanischen Unkrautregulierung statt, bei dem sich zahlreiche Landwirte die Vorführungen zum Striegeln des Weizens angesehen haben. Auf Anregung einiger Teilnehmer wird nun ein weiterer Feldtag zum Maishacken angeboten.

Hersteller und Praktiker werden verschiedene Hackgeräte vorstellen und vorführen. Auf zwei nebeneinander liegenden Flächen
wird die Bearbeitung mit und ohne Mulchmasse gezeigt. Die Vorführungen finden auf zwei Maisfeldern kurz hinter Hohenthann
in Richtung Weihenstephan auf der linken Seite statt. Geplant ist, den Feldtag in etwa zwei Wochen abzuhalten. Der genaue
Termin wird allerdings erst kurzfristig bekannt gegeben, da dieser vom Wetter abhängt.


Landwirt Anton Lorenzer arbeitet mit dem Wasserzweckverband zusammen:


Bei der Vertragsunterzeichung mit Projektkoordinatorin Marlene Gruber.

 

Textquelle: Landshuter Zeitung (siehe Anhang)

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