Mechanisch statt chemisch: Feldtag stößt auf großes Interesse

Feldtag 01.04.2019

Feldtag zur grundwasserfreundlichen Bearbeitung landwirtschaftlicher Flächen war ein voller Erfolg

 

Zahlreiche Landwirte sind am Montag, den 01.04.2018 nach Pattendorf gekommen, um Hackstriegel, Messerwalze, Ringschneider und Kurzscheibenegge verschiedener Hersteller in Aktion zu sehen. Der Wasserzweckverband, das  Landwirtschaftsamt, der Maschinenring und die Arbeitsgemeinschaft Trinkwasserschutz ROL hatten den Feldtag zum Thema „Mechanische Unkrautregulierung und Vorsaat- bzw. Zwischenfruchtbearbeitung“ gemeinsam organisiert.

 

Die Maschinen wurden auf Flächen der Familie Lorenzer im Wasserschutzgebiet kurz hinter Pattendorf in Richtung Niedereulenbach vorgeführt. Dort ist auf einem Feld Winterweizen angebaut worden. Die Pflänzchen sind nun einige Zentimeter hoch. Ziel des Hackstriegelnsist es, das Unkraut zu entfernen– ohne die Weizenpflänzchen zu beschädigen. Etwa zwei bis drei Zentimeter tief dringen die Metallhaken des Hackstriegels in die Erde ein und reißen unerwünschte Pflanzen wie Kletten aus bzw. überschütten sie mit Erde. Auch wenn der Weizen nach dem Striegeln etwas „zerrupft“ aussehe, schade das den Pflanzen nicht. „Es schaut schlimmer aus, als es ist“, sagt Anton Lorenzer senior. Nach zwei Wochen sehe man, dass sich der Weizen „gemacht“ habe. Positiver Nebeneffekt der Behandlung: Die Erde wird etwas aufgelockert. Das Striegeln tue dem Weizen gut, so Lorenzers Erfahrung. Die Technologie ist nicht neu, „früher hat man das auch schon gemacht“, sagt Lorenzer. So könne man auch als konventioneller Landwirt etwas bewegen in Sachen Grundwasserschutz. Denn alles Unkraut, das mechanisch entfernt

wurde, muss nicht mit Spritzmitteln bekämpft werden.

 

Andere Bewirtschaftung im Wasserschutzgebiet

 

Gerade auf Flächen wie diesen, die sich im Wasserschutzgebiet befinden, müsse sich in der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung etwas ändern, ist Projektkoordinatorin für Landwirtschaft und Grundwasserschutz des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Rottenburger Gruppe, Marlene Gruber, überzeugt. Lorenzer will hier als gutes Vorbild vorangehen. Vorgeführt wurde der Hackstriegel, den der Wasserzweckverband gemeinsam mit der Stadt Rottenburg angeschafft hat. Seit Kurzem wird der Hackstriegel über den Maschinenring Landshut-Rottenburg gegen eine geringe Gebühr verliehen. Dieses Angebot werde gut angenommen, erklärte Geschäftsführer Robert Huf. Vergangene Woche sei der Hackstriegel bereits komplett ausgebucht gewesen. Er riet den Landwirten, sich rechtzeitig beim Maschinenring anzumelden, dann bekomme man das Gerät auch zeitnah. Wasserberater des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Landshut, Hermann Kelnberger, warb ebenfalls für die Technologie. Das Hackstriegeln dauere nicht länger als das Spritzen. Schließlich müsse man nicht heimfahren, um Spritzmittel aufzufüllen, und außerdem komme man mit zehn bis zwölf Kilometern pro Stunde doppelt so schnell voran.

 

Bodenbearbeitung nach Zwischenfrucht

 

Auf dem Feld daneben wurden weitere Geräte demonstriert. Dort wurden im Spätsommer verschiedene Blühmischungen zu Versuchszwecken sowie Senf als Zwischenfrucht angebaut. Damit der Mais gut wächst, sollte die Zwischenfrucht zu Mulch verarbeitet werden und auf dem Feld liegenbleiben, sodass der Mais als Mulchsaat gebaut werden kann. Mais wird im April angesät. Wenn es dann im Mai und Juni stark regnet, wird viel Erde abgeschwemmt, da die Pflanzen in Reihen mit größerem Abstand gesät werden, und dadurch wenig Bodenbedeckung vorhanden ist. Etwa 30 Prozent des Ackerlandes sollten mit der Biomasse bedeckt sein, um es vor Erosion zu schützen. Zu diesem Zweck stellten Firmenvertreter und Praktiker verschiedene Geräte vor und demonstrierten sie auf den Versuchsflächen. Gezeigt wurden Messerwalzen, Kurzscheibeneggen und ein Ringschneider.

Die Organisatoren freuten sich, dass sich so viele Landwirte Zeit für den Feldtag genommen haben – trotz der vielen Arbeit, die sie zurzeit haben. Es sei schön zu sehen, dass der Dialog zwischen Landwirtschaft und Wasserversorger funktioniere, sagte Gruber. Daran soll weiterhin gearbeitet werden. Geplant ist, in vier bis acht Wochen wieder einen Feldtag zu organisieren. Dann werden Hackgeräte vorgeführt. Es soll gezeigt werden, wie das Hacken bei Mais als Direktsaat im Vergleich zur Saat mit vorheriger Bodenbearbeitung funktioniert.

 

Quelle Text: Anna Kolbinger, Landshuter Zeitung vom 04.04.2019

 

Der Wasserzweckverband Rottenburger Gruppe bedankt sich herzlich bei allen Mitwirkenden des Feldtags für die hervorragende Zusammenarbeit und den großen Einsatz!

drucken nach oben