Gemeinsame Verantwortung fürs Trinkwasser

Foto Broschüre

Arbeitsgemeinschaft Trinkwasserschutz feierte mit Entenessen ihr fünfjähriges Bestehen

 

„Gemeinsam für sauberes Trinkwasser“ – so ist die Broschüre überschrieben, welche die Arbeitsgemeinschaft Trinkwasserschutz anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens herausgegeben hat. Darin blicken die Stadt Rottenburg, der Zweckverband zur Wasserversorgung der Rottenburger Gruppe und vor allem die 15 Landwirte des Arbeitskreises auf ihre Erfolge bei der mechanischen Unkrautregulierung zurück und geben Tipps für interessierte Landwirte.

Durch die Federzinken des Hackstriegels wird das Unkraut ausgerissen. Wurzelunkräuter wie Distel und Ampfer müssen allerdings gesondert bearbeitet werden. Eine Kombination zwischen mechanischen und chemischen Maßnahmen sei so flexibel, dass Herbizide nicht mehr ganzflächig, sondern nur noch in Teilspritzungen ausgebracht werden müssten, heißt es in der Broschüre. Im Durchschnitt konnte der Herbizideinsatz um 80 Prozent verringert werden. Waren anfangs nur drei Landwirte beteiligt, sind es heute schon 15, die rund 230 Hektar Ackerflächen mit dem Hackstriegel bearbeiten.

Beim Entenessen in der Provinzbühne Niedereulenbach lobte Bürgermeister Alfred Holzner Volker Kahlert, der 2013 die Idee zu den Versuchen mit dem Hackstriegel hatte und auch die Gründung der Arbeitsgemeinschaft mit ins Rollen gebracht hat. Kahlert habe zunächst mit dem eigenen Hackstriegel gearbeitet, bis die Stadt und der Wasserzweckverband einen beschafft hätten. Das Hackstriegeln alleine könne zwar nicht das Problem des Grundwasserschutzes lösen, meinte Holzner, doch diene es dazu, ein Bewusstsein für Grundwasserschutz zu schaffen.

 

Artenvielfalt der Tiere und Pflanzen schützen

 

Holzner betonte auch, dass die Stadt sehr viel für den Grundwasserschutz und die ökologische Vielfalt tue. Er verwies auf das 2009 begonnene Labertalprojekt, das kurz vor dem Abschluss steht und für durchgehende Gewässerschutzstreifen sorgte. Die Artenvielfalt der Tiere und Pflanzen schütze die Stadt auch als Teilnehmerin am Modellprojekt „Marktplatz der biologischen Vielfalt“, bei dem es um Biodiversität geht. Das sei zwar nicht unmittelbarer Grundwasserschutz, hänge aber doch zusammen. Hans Weinzierl, der Vorsitzende des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Rottenburger Gruppe meinte, dass Wasserversorger und Landwirte aufeinander zugingen. Es sei ein „gemeinsames Ringen um gute Wasserqualität“. Lobend hob er die Projektkoordinatorin Landwirtschaft und Grundwasserschutz, Marlene Gruber, hervor. Sie verfüge über die Fähigkeit „über

unterschiedliche Interessen hinweg zu kommunizieren“. Grubers Arbeit sei eine „Mammutaufgabe“, gestand Weinzierl.

 

Aus Überzeugung in der Arbeitsgemeinschaft

 

Stadträtin und Bäuerin Angelika Wimmer erzählte, dass sich ihre Familie aus Überzeugung in der Arbeitsgemeinschaft Trinkwasserschutz engagiere. Hackstriegeln sei nicht an jedem Standort möglich, an manchen Stellen müsste weiterhin gespritzt werden. Grundsätzlich sei es aber eine gute Möglichkeit der Unkrautbekämpfung. Marlene Gruber berichtet, dass sie selbst schon öfter mit dem Hackstriegel gearbeitet habe. Sie sprach von einem „super Gerät“, das mit ausschlaggebend war, dass ihr Familienbetrieb auf Bio umgestellt wurde.

 

Miteinander als „großer Gewinn des Projekts“

Landtagsabgeordnete Ruth Müller (SPD) betonte, dass nicht zuletzt die Versuche mit dem Hackstriegel zu einem besseren Miteinander des Wasserversorgers und der Landwirte geführt habe. Es sei der „große Gewinn des Projekts“, dass man inzwischen miteinander reden könne und die Zeiten gegenseitiger Schuldzuweisungen vorbei seien. Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger (Grüne) meinte, sie nehme gerne an den jährlichen Felderrundfahrten teil. Es sei interessant gelungene Praxisbeispiele (wie das Hackstriegeln) zu sehen. Sie meinte, dass das Thema Grundwasserschutz niemanden kaltlassen dürfe, und fasste die Reden des Abends gut zusammen: „Wir haben eine gemeinsame Verantwortung für unser Trinkwasser.“

 

Text: Artikel in der Landshuter Zeitung vom 03.12.2018

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