Wasserzweckverband experimentiert auf Demonstrationsfläche zu Zwischenfruchtanbau

Die ersten Blüten werden sichtbar

Die ersten Blüten werden sichtbar

 

Die Arbeit von Marlene Gruber, der Projektkoordinatorin des Wasserzweckverbands Rottenburger Gruppe, treibt erste Blüten. Auf der Demonstrationsfläche unweit der Geschäftsstelle in Pattendorf sind die Samen aufgegangen und ein Blickfang für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer. Die Blühfläche verbessert die Bodenstruktur und verhindert Erosion – damit ist sie ein Beitrag zum Grundwasserschutz.

 

Nachdem die Wintergerste geerntet war, säten Anton Lorenzer und sein Sohn Mitte August auf dem rund drei Hektar großen „Hirschacker“ zehn verschiedene Blühmischungen

zum Vergleich aus (wir berichteten). Welche Bestandteile diese haben, erklärte Hermann Kelnberger, der Wasserberater am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), und die Vertreter der Saatguthersteller, den anwesenden Landwirtinnen und Landwirten sowie Interessierten bei einer Feldbegehung.

 

„Honigquelle“ ist schön anzusehen

 

Besonders schön anzusehen war dabei die Mischung „Honigquelle“, die unter anderem aus Buchweizen, Sommerwicke, Luzerne, Sonnenblumen, Borretsch, Koriander, Kornblume und Ringelblume besteht. Deshalb entschieden die Teilnehmer am Gewinnspiel des Wasserzweckverbandes auch mit großer Mehrheit, dass diese Blühmischung die schönste ist. Besonderen Grund zur Freude hat Claus Straßer, denn er wurde von „Glücksfee“ Anton Lorenzer junior als Gewinner gezogen und darf sich über ein Gläserset freuen. Für den Wasserzweckverband hat die Blühfläche an der Staatsstraße 2143 unweit des Kreisverkehrs in Oberaichgarten im Wasserschutzgebiet vor allem zwei Funktionen: Zum einen sollen damit öffentlichkeitswirksam die Bemühungen des Wasserzweckverbandes um sauberes Trinkwasser dargestellt werden. Zum anderen will Wasserberaterin Marlene Gruber über die Demonstrationsfläche mit Landwirten ins Gespräch kommen und diese für das wichtige Thema Grundwasserschutz sensibilisieren. Zwischenfrüchte können den Reststickstoff im Boden in ihrer Biomasse binden. Der Stickstoff gelangt dementsprechend nicht ins Grundwasser, das dadurch verunreinigt wird. Davon profitiert letztlich nicht nur der Wasserzweckverband, sondern auch der Landwirt oder die Landwirtin. Er erreicht durch die Blühmischungen auch eine bessere Durchwurzelung unterschiedlicher Bodenschichten und damit erhöhten Erosionsschutz. Der Anbau von Zwischenfrüchten sorgt außerdem für zusätzliche organische Substanz im Boden, was eine bessere Bodenstruktur bedingt. Regenwasser kann so besser vom Boden aufgenommen werden. Nicht zuletzt dient die Demonstrationsfläche Insekten als Weide, die wiederum Vögeln als Futter dienen. Zusätzlich sorgen Blühflächen für mehr Ertrag bei den umliegenden Bienenvölkern.

 

Vermittlerin zwischen den verschiedenen Interessen

 

Zwischen Wasserzweckverband und Landwirten zu vermitteln ist nicht einfach, weil sich die wirtschaftlichen Interessen und die Absichten, gesundes Trinkwasser zu fördern, nicht immer decken. Letztlich ist es aber das Ziel, über Kooperationsvereinbarungen Landwirte zum Grundwasserschutz zu bewegen und für den Mehraufwand zu entschädigen. Gruber berichtet, dass sie mit immer mehr Landwirten und Landwirtinnen in Kontakt kommt und dabei die Standpunkte des Wasserzweckverbandes weitergeben kann.

 

Informationstag im Frühjahr geplant

 

Im Frühjahr plant sie einen Informationstag, an dem verschiedene Hersteller über das Hackstriegeln informieren sollen, das im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Trinkwasserschutz seit knapp fünf Jahren in Rottenburg praktiziert wird. Inzwischen werde der Hackstriegel auf rund 230 Hektar Fläche eingesetzt. „Es tut sich was“, betont Gruber und freut sich über das zunehmende Interesse der Landwirtschaft.

 

Bericht: Landshuter Zeitung, 08.11.2018

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