Landwirtinnen und Landwirte informierten sich über Energie- und Rohstoffpflanzen für den Grundwasserschutz

Positive Resonanz auf Fahrt zum TFZ-Feldtag

Feldtag, StraubingFoto: Gruber

Einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor einer Parzelle mit Sorghum (Foto: Gruber)

Dass das Thema Grundwasserschutz mehr und mehr ankommt in der landwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit, zeigt unter anderem der vom Technologie- und Förderzentrum in Straubing organisierte Feldtag. Dieser stand 2018 unter dem Schwerpunktthema Wasser. Auf staatlichen Versuchsflächen werden mehrjährige Feldversuche mit Energie- und Rohstoffpflanzen durchgeführt, die als Alternative zu den etablierten Feldfrüchten wie Mais für mehr Grundwasserschutz und Artenvielfalt sorgen können.

Der Wasserzweckverband Rottenburg bot für interessierte Landwirtinnen und Landwirte – insbesondere aus den Wasserschutzgebieten – eine gemeinsame Fahrt zum TFZ-Feldtag an, die auf sehr positive Resonanz stieß.

Bei dem dreistündigen Rundgang erzählten die Fachleute des Technologie- und Förderzentrums von ihren Erfahrungen mit dem Anbau von mehrjährigen Energiepflanzen wie z.B. der Durchwachsenen Silphie, Miscanthus, Sida und Riesenweizengras. Vor allem der Silphie-Anbau stieß bei den Zuhörern auf großes Interesse. Auch wenn die Flächenleistung mit 130 dt/ha Trockenmasse unter der von Mais mit 180 dt/ha liegt, punktet die Durchwachsene Silphie u.a. mit einer ganzjährigen Bodenbedeckung, die vor Erosion schützt, und einer lang andauernden Blütezeit, die für Bienen ein reichliches Angebot an Nektar und Pollen bietet. Aber auch die CO2-Bindung im Boden und der Humuserhalt können als Vorteile der Silphie benannt werden.

Besonders beeindruckend aufgrund ihrer Größe waren die Pflanzen Sorghum und Amarant für die Besucherinnen und Besucher. Trotz der extrem trockenen Witterung beträgt die Wuchshöhe von Sorghum in diesem Jahr beim Feldversuch 3 – 3,5 Meter. Bis zu 5 Meter hoch kann die Pflanze im Maximum werden. Entsprechend tief (bis zu 2 m) wurzelt die Pflanze und kann so Wasser und Nährstoffe aus tieferen Erdschichten erschließen.
Für die landwirtschaftlichen Betriebe ohne Biogasanlagen waren insbesondere die gezeigten Rohstoffpflanzen interessant. Wahre Exoten wie Kenaf, Hanf und Fasernesseln werden in Straubing im Feldversuch getestet. Diese Pflanzen dienen vor allem der Faserproduktion. Problematisch sind neben der bisher geringen Züchtung die noch fehlenden Absatzwege für die Landwirtinnen und Landwirte – darüber war man sich in der anschließenden Diskussion relativ einig.

Auch wenn die Informationsdichte sehr hoch war für die kurze Zeit, waren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der gemeinsamen Fahrt hochzufrieden mit dem Ausflug. „Die Leute waren extrem interessiert und jeder einzelne konnte neue Informationen gewinnen. Das wird sicher nicht der einzige Exkursionstag gewesen sein, den ich organisiert habe.“ schließt Marlene Gruber, die als Projektkoordinatorin für Landwirtschaft & Grundwasser-schutz beim Wasserzweckband die Fahrt ins Leben gerufen hatte. Ihr Ziel ist es gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten im Verbandsgebiet für mehr Grundwasserschutz zu sorgen. Der Wissenstransfer von der Forschung in die Praxis ist dabei ein wichtiger Schwerpunkt für sie.

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