Brücken bauen zwischen Landwirtschaft und Grundwasserschutz / Wasserzweckverband stellt eine Projektkoordinatorin ein

Vorstellung Projektkoordinatorin

Vorsitzender Hans Weinzierl (2.v.l.) und Technischer Betriebsleiter Mirko Wand (rechts) begrüßen die neue Mitarbeiterin Marlene Gruber und den neuen Mitarbeiter Dieter Schuldes (links). Herr Schuldes war als Geologe für das Wasserwirtschaftsamt Landshut tätig und unterstützt den Zweckverband seit April durch sein Fachwissen.

Ursachen für Schadstoffeinträge in das Grundwasser gibt es verschiedene. Die zunehmende Versiegelung des Bodens, Medikamentenrückstände im Klärschlamm, Abwässer aus Industriebetrieben und vieles mehr. In unserer Region ist es insbesondere Nitrat, das unsere Trinkwasserqualität gefährdet.

 

Die Themen Landwirtschaft und Grundwasserschutz sind in diesem Zusammenhang untrennbar miteinander verbunden. Was wir auf unsere Felder an Dünger und Pflanzenschutzmittel ausbringen und nicht von den Pflanzen vollständig aufgenommen werden kann oder ausgewaschen wird, taucht früher oder später im Grundwasser wieder auf.

 

Um der Gefährdung unseres Trinkwassers entgegenzuwirken, hat sich der Wasserzweckverband Rottenburger Gruppe dazu entschieden, eine Projektkoordinatorin für Landwirtschaft und Grundwasserschutz einzustellen. Die Halbtagsstelle konnte zum 1. Juli 2018 mit Marlene Gruber aus Rohr i.NB besetzt werden.

Frau Gruber stammt aus einem landwirtschaftlichen Betrieb, auf dem sie auch selbst tätig ist. Sie hat Betriebswirtschaftslehre (B.Sc.) an der Uni Regensburg und Nachwachsende Rohstoffe (M. Sc.) am TUM Campus in Straubing studiert. Seit dem Studienabschluss im Oktober 2014 war sie in der angewandten Forschung beschäftigt. Zusammen mit dem TUM Campus Straubing und den Stadtwerken Neuburg a. d. Donau hat Marlene Gruber zum Thema Lastmanagement auf Verteilnetzebene geforscht. Bei den Stadtwerken war sie außerdem als Leiterin der Forschungsgruppe tätig.

Als ehrenamtliche Organisationsleiterin beim TSV Rohr und Markgemeinderätin in Rohr ist sie es gewohnt Prozesse zu moderieren, Initiativen zu starten und Menschen zusammenzubringen.

 

Mit der Schaffung der Projektkoordination für Landwirtschaft und Grundwasserschutz geht der Wasserzweckverband einen neuen Weg und versucht Brücken zu bauen zwischen den Landwirtinnen und Landwirten im Einzugsgebiet und dem Wasserversorger.

Im Fokus der Tätigkeit von Frau Gruber steht die gemeinsame Konzeptentwicklung für eine zukunftsfähige und wasserschonende Landbewirtschaftung zum Schutz des Grundwassers. Besonders wichtig ist ihr dabei die Zusammenarbeit mit den Landwirtinnen und Landwirten, denn sie sind es, die zum einen die Erfahrung mit ihren Standortgegebenheiten mitbringen und zum andern die Maßnahmen auch umsetzen müssen. Es geht nicht darum Schuldige anzuprangern, sondern stattdessen gemeinsame Lösungen für die Zukunft zu erarbeiten.

Konkret auf ihrer Agenda stehen unter anderem der Aufbau einer Arbeitsgruppe mit den Landwirtinnen und Landwirten, die Entwicklung eines Ausgleichszahlungsmodells für besonders wasserschonende Bewirtschaftungsformen, der Wissenstransfer aus der Forschung in die Praxis über die Beratung der Landwirtinnen und Landwirte vor Ort und der Ausbau der überregionalen Zusammenarbeit mit Wasserversorgern, um Ideen und gelungene Praxisbeispiele zu generieren.

 

Der Wasserzweckverband Rottenburger Gruppe wünscht Marlene Gruber einen guten Start und hofft in diesem Zusammenhang auf die Aufgeschlossenheit der Landwirtinnen und Landwirte für die freiwillige Zusammenarbeit.

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