Grenzwert der Trinkwasserverordnung auch in Pattendorf überschritten

Seit Jahren beobachten wir den Anstieg verschiedener Pflanzenschutzmittel im Grundwasser. Die diesbezüglichen Befunde sind eindeutig und stehen insofern als objektiver Maßstab in direkter Korrespondenz zu den jeweiligen Vorgaben der für uns als Wasserversorger verbindlichen Trinkwasserverordnung.

Im Rahmen wiederkehrender Wasseranalysen wurde eine erhebliche Überschreitung des Grenzwertes für den Wirkstoff Desethylatrazin festgestellt. Über diesen Befund wurde das Gesundheitsamt beim Landratsamt Landshut verständigt und eine Nachbeprobung veranlasst. Vom Ergebnis der Nachbeprobung wurden wir heute, am 03.09.13, Seitens des Landratsamtes Landshut unterrichtet.

 

Dem Befund des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ist zu entnehmen, dass der Wirkstoff Desethylatrazin mit einem Wert von 0,00015 mg/l festgestellt wurde. Der Grenzwert für diesen Wirkstoff liegt bei 0,00010 mg/l. Diese Grenzwertüberschreitung veranlasst uns auf der Basis der entsprechenden Vorschriften beim Gesundheitsamt Landshut einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung zu stellen, um die Wasserversorgung sicherstellen zu können. Insofern ist dieser Antrag sowohl formal wie auch inhaltlich gleichlautend zu dem Antrag vor Jahresfrist für das Gewinnungsgebiet in Hohenthann. Bei einem analogen Verfahrensverlauf ist zu erwarten, dass Seitens des Landratsamtes ein Bescheid über die Zulassung der Abweichung vom Grenzwert für Pflanzenschutzmittel, mit einer zeitlichen Befristung, erlassen wird.

 

Zur fachlichen Bewertung der festgestellten Grenzwertüberschreitung verweisen wir auf die vorliegenden Feststellungen des Gesundheitsamtes zum Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung für das Gewinnungsgebiet Hohenthann aus dem Vorjahr. Da diese fachliche Einschätzung des Gesundheitsamtes in diesem Zusammenhang für alle Wasserkunden von großer Bedeutung ist drucken wir die Stellungnahme des Gesundheitsamtes in vollem Umfang ab, um vor allem zeitnah und umfänglich entsprechend informieren zu können.

 


 

Nachfolgend die Stellungnahme des Gesundheitsamtes Landshut:

 

Die festgestellte Grenzwertüberschreitung von Desethylatrazin im Trinkwasser ist für die Gesundheit der Verbraucher unbedenklich. Die Pestizidgrenzwerte der Trinkwasserverordnung sind als Vorsorgestandards einzuordnen, bei denen die für einen Reinheitsgebotsstandard charakteristische Erwägung im Vordergrund steht, das Trinkwasser von Pestiziden weitgehend freizuhalten. Die Trinkwasserverordnung sieht eine befristete Zulassung einer Abweichung von den Grenzwerten für Pflanzenschutzmittel vor, die im Rahmen einer Ausnahmegenehmigung erteilt werden kann. Voraussetzung hierfür ist ein erfolgversprechender Sanierungsplan, der vom Träger der Wasserversorgung aufzustellen und durchzuführen ist. Mit dem Sanierungsplan soll das Wasserversorgungsunternehmen die nötigen Maßnahmen detailliert aufzeigen, um rasch wieder die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung einhalten zu können.

 


 

Ende der wortgleichen Übernahme des Textes des Gesundheitsamtes Landshut.

 

Über die weitere Entwicklung werden wir zeitnah informieren.

 

 

 

 

Hans Weinzierl

Erster Vorsitzender

 

 

 

 

 

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